Dell Computer Geschichte und Geschaeftsidee

Erfolgsgeschichte der Geschäftsidee in einem Satz: Ein 15jähriger begann Computer zu bauen, die er wie ein Maßanzug für jeden Kunden einzeln anfertigte, er ging diesen Weg konsequent weiter und sein Unternehmen wurde zum erfolgreichsten Computer-Hersteller der Welt.
dell = schmales (von Bäumen eingesäumtes) Tal
„Michael und ich geben dem Team irrationale Ziele vor. Wenn wir sagen, dass wir um 10 oder 15 Prozent wachsen wollen, bekommen wir konventionelle Vorschläge und Lösungen. Aber wenn wir verlangen, dass die Produktivität verdoppelt wird, dann muss jeder alles von Grund auf neu überdenken.“ Kevin Rollins
Der Beginn der Geschäftsidee - Vom Kinderzimmer zum Milliardär
Zu seinem 15. Geburtstag ließ sich Michael Dell, geboren am 23. Februar 1965 in Houston / Texas, von seinen Eltern seinen ersten Computer schenken. Ein Computer war damals eine sehr kostspielige Sache und so waren seine Eltern auch entsprechend entsetzt, als sie feststellten, dass ihr Sohn den Computer sofort zerlegte, um sich alles genau anzusehen.
Michael kannte sich längst in Computern aus und darum wußte er auch um deren Schwächen. Es wurden bereits viele Computer verkauft, weil viele einen Computer haben wollten, aber es wurde kein Service geboten und die Verkäufer in den Geschäften betrachteten einen Computer nicht anders als eine neue Stereoanlage. Dies brachte Michael auf eine Geschäftsidee. Er möbelte seinen Computer auf, indem er Teile austauschte, und er fand für diesen Computer sofort einen Käufer. So verdiente er sich dann nebenbei Geld: Er kaufte einen Computer, verbesserte ihn, nach den Wünschen des Kunden, verkaufte ihn - und das ganze ging von vorn los. Nebenbei lernte Michael dabei für seine Geschäftsidee noch die Lieferanten kennen, die die Einzelteile lieferten.
Als Michael mit dem Studium der Medizin an der Universität von Texas anfing, holte er sich gleichzeitig einen Gewerbeschein. Das in Texas erforderliche Eigenkapital von 1.000 Dollar war auch sein Startkapital. Er baute Computer nun vollständig aus Einzelteilen zusammen, nach den Wünschen der Kunden. Weil er durch seine Geschäftsidee nicht die laufenden Kosten eines Computerladens hatte, konnte er seine leistungstärkeren Computer auch noch zu niedrigen Preisen anbieten. Seine Firma lief so gut, dass der 19-jährige Michael sein Studium abbrach und sich nur noch seiner Firma widmete. Aus den Problemen der Anfangszeit entwickelte sich ein Direktmodell, mit den drei goldenen Dell-Regeln: Höre immer auf den Kunden. - Verkaufe niemals indirekt. - Vermeide Lagerbestand.
Wenn eine Firma mit 1.000 Dollar Kapital auskommen muss, zwingt dies dazu, sehr vorsichtig zu sein und effizient zu handeln. Michael hatte in seiner Geschäftsidee nicht die Möglichkeit seiner Mitbewerber, Teile selber herzustellen, wie es üblich war. Er musste alle Teile kaufen - und überließ so die Investitionskosten seinen Lieferanten. So legte er den Grundstein für ein schnell wachsendes Unternehmen, ohne sich dessen bewußt zu sein. Er konzentrierte sich auf dass, was er am besten konnte: Er interessierte sich dafür, was der Kunde wollte, und löste die speziellen Probleme jedes einzelnen Kunden. Er mußte nicht erraten, was der Kunde wollte: Er hörte es - täglich.
Die Firma Dell hatte für ihre Geschäftsidee kein Geld für große Lagerbestände, also fand man am Telefon erst einmal heraus, was der Kunde genau wollten, und löste dann die Bestellung beim Lieferanten aus. In einer so schnell wachsenden Branche brachte das den zusätzlichen Vorteil, dem Wertverfall weniger ausgesetzt zu sein - denn da in der Computerindustrie ein Teil täglich an Wert verliert, weil täglich neue, bessere Teile auf den Markt kommen, kostet jeder überflüssige Tag im Lager viel Geld. Die Lagerumschlaggeschwindigkeit war und ist für Michael eine Passion; langfristige Planung bedeutet im Unternehmen vier bis zwölf Wochen im Voraus.
Die Verkaufsmannschaft mußte die Computer selbst einrichten und konnte mit der dabei erworbenen Erfahrung die Kunden beim Kauf besser beraten.


Videoclip mit einer: DELL FactoryTour

Michael hörte hin und erfuhr, was die Kunden wirklich nervte: die "kleinen Dinge", ein schwer zu öffnender Karton oder das stundenlange und komplizierte Installieren der Software. Ein großer Teil der Entwicklungskosten des Unternehmens wird dafür verwendet, die Installation der Software für den Kunden zu vereinfachen.
Da das Unternehmen keine Verkaufsräume hatte, konnten die Kunden bei einer Reklamation nicht einfach ihren Computer ins Auto packen und zum Händler bringen - daraus machte man eine Tugend, schickte bei Reklamationen einen Mitarbeiter beim Kunden zu Hause vorbei, und bot damit einen besseren Service als die Mitbewerber.
Seine einzigartige Geschäftsidee brachte das Unternehmen auf die Titelseiten, die es als Anzeigen nie hätte bezahlen können.
Zukäufe passen nicht in die Strategie.
Und dann kam das Internet für die Geschäftsidee
Dell ist eine der erfolgreichsten Firmen im Internet, was nicht weiter verwunderlich ist, denn das Unternehmen war schon eine Firma für das Internet, als es das Internet noch gar nicht gab. Das Internet hat nur eines verändert: Der Computer-Anbieter ist jetzt mit seiner Geschäftsidee noch schneller am Kunden.
Wenn das Unternehmen ein Angebot ins Internet stellt, dann beobachtet man ein paar Stunden lang die Reaktionen der Kunden, verändert dann das Angebot leicht und beobachtet wieder; anschließend dann wird das Angebot gewählt, das den größten Erfolg verspricht.
Bei Problemen mit ihrem Computer können die Kunden auf den Internetseiten Hilfe finden - nur die wirklich komplizierten Probleme landen jetzt noch bei den Telefonberatern. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Round Rock (Texas).
Sprüche zur Geschäftsidee von Michael Dell
Ich verbringe etwa 40 Prozent meiner Zeit mit Kunden. Wenn Leute das hören, sagen sie häufig: "Oh, das ist sehr viel Zeit, die Sie mit Kunden verbringen." Darauf antworte ich nur: "Ich denke, das ist mein Job."
Es hat mich schon immer begeistert, überflüssige Schritte zu vermeiden.
Alle Unternehmen machen Fehler, doch Dell macht denselben Fehler nie zweimal.

* Lesetipp: „Direkt von Dell. Die Erfolgsstrategie eines Branchenrevolutionärs.“ von Michael Dell und Catherine Fredman: Ansicht bei Amazon

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