Geschaeftsidee mit Streichholzschachtel

Geschichte und Geschäftsidee von Matchbox, des wohl größten Autoherstellers der Welt
Eine Geschaeftsidee entsteht
Die beiden Schulfreunde Leslie G. Smith und Rodney Smith (keine Brüder) gründeten am 19. Juni 1947 "Lesney Products". Am Anfang wußten Sie nicht, was sie herstellten wollten, sie wußten nur, sie wollten sich selbständig machen: Mit 600 Pfund Startkapital beschlossen sie, Artikel aus Zinkdruckguss herzustellen. Sie produzierten Brotpressen, Angel­Schnur-Trenner und vieles andere. Später stieß John W. "Jack" Odell zu den beiden und sie begann kleinere Zinkdruckguss-Artikel zu fertigen, auch Spielzeug. 1948 produzierten sie zwei Spielzeuge: Jumbo, der Elefant, und Muffin, das Maultier. Diese Spielzeuge wurden an kleine Spielzeuggeschäfte in London verkauft. Die Ladeninhaber mochten diese Spielzeuge nicht, weil sie so billig waren und nicht viel Gewinn brachten. Weil die Kinder die Spielzeuge aber liebten und nach mehr davon fragten, orderten die Ladenbesitzer weiter. 1953 begriff man bei Lesney, dass es einen Markt für ihre Geschäftsidee Spielzeug gab, das die Firma aber nicht die nötigen Voraussetzungen für Verkauf und Marketing hatte. Es wurden Partnerschaften mit Vertriebsfirmen geschlossen. (Eine dieser Firmen war das Unternehmen Moko und darum wurden später die ersten "Matchbox"-Autos unter den Namen Moko vertrieben.)
Der erste große Erfolg für ihre Geschäftsidee kam 1953, mit einer Miniatur der Krönungskutsche zur Krönung der englischen Königin Elizabeth II. Diese Kutsche verkaufte sich über eine Million mal. (Damals kauften sich Menschen ihren ersten Fernseher, nur um sich die Krönung im Fernsehen ansehen zu können.) Dieser Erfolg der Geschäftsidee wurde Anreiz und Geldquelle für andere Modelle: Dampfwalze, Laster, Betonmischer und Traktor.
Die Geschäftsidee mit der Streichholzschachtel
Die Tochter von Jack Odell hatte 1952 ihre Einschulung und in englischen Schulen war es den Kindern zu dieser Zeit nur erlaubt, Spielzeuge mit in die Schule zu bringen, die in eine Streichholzschachtel (Matchbox) passten. Die meisten Kinder brachten Insekten oder andere eklige Sachen in die Schule mit. Jack Odell, der Konstrukteur in der Entwicklungsabteilung von Lesney, bastelte für seine kleine Tochter eine Dampfwalze aus Messing Spritzguß. Die kleine Dampfwalze war im Klassenzimmer eine Sensation! Schon am nächsten Tag konnte sich Odell kaum vor den Freunden seiner Tochter retten, die auch gerne eine solche kleine Walze haben wollten.

Die Philosophie für eine Geschäftsidee wurde entwickelt: Die Spielzeuge sollten in eine Streichholzschachtel passen und soviel kosten, dass ein Kind einmal pro Woche eines kaufen und seiner Sammlung hinzufügen konnte.

Eine Firma für die Geschäftsidee
Noch 1953 erschien das erste Serienmodell zur Geschäftsidee, die Dampfwalze, mit der Modellnummer eins, und drei andere Modelle in die Regale der Spielzeugabteilungen. Nummer 5 war der Londoner Doppeldecker-Bus. Es wurde ein riesen Erfolg und die Modellpalette wuchs und wuchs: Volkswagen, DKW, Goggomobil, Borgward, Buick, Cadillac, Citroen, Simca, MG oder Lotos. Neben Autos brachte Lesney auch Flugzeuge, Boote, Feuerwehr, Tankstellen, Garagen auf den Markt. Die Serie "Models of Yesteryear" widmete sich den Oldtimern. Die Ideen der Entwickler mußten gebremst werden, sie durften nicht mehr als 75 neue Modelle pro Jahr auf den Markt bringen, damit sich die Geschäftsidee nicht selber fraß.
1960 holte sich Lesney Kapital von der Börse für seine Geschäftsidee und wurde eine Aktiengesellschaft. Auf dem Höhepunkt hatte Lesney 6 500 Angestellte, 14 Fabriken und produzierte 5,5 Millionen Modelle in der Woche. Lesney sponserte Formel1-Legenden wie John Surtees und Mike Hailwood, hatte einen Fanclub mit 50 000 Mitgliedern und kam 1967 zum ersten Mal ins Guinness-Buch der Rekorde.
Aber Lesneys Geschäftsidee bekam Probleme mit steigenden Kosten. Der Wettbewerb kam aus Asien, wo Konkurrenz-Modelle viel preiswerter produziert wurden als die Matchboxautos und die Marke Matchbox konnte den Preisnachteil nicht ausgleichen. 1982 mußte Lesney seinen Bankrott erklären, die Banken übernahmen die Kontrolle und änderten den Firmennamen in "Matchbox Spielzeuge". Die Firma mit der so großartigen Geschäftsidee wurde an eine Firma aus Hong Kong verkauft. Der Besitzer der "Universal International Holding", der Chinese David Yeh, kaufte das Unternehmen für symbolische 16,5 Millionen Pfund. David Yeh verlagerte die Produktion nach Fernost und führte die Geschäftsidee zu neuer Blüte. 1992 verkaufte David Yeh das Unternehmen an den amerikanischen Spielzeugkonzern Tyco Toys, der wiederum 1997 von Mattel (Barbies) geschluckt wurde.
Die Mini-Autos haben längst einen Sammlerwert bekommen, wobei gut 40 Prozent des Wertes vom Zustand der Verpackung abhängen. Der bekannteste Sammler der Welt ist der Amerikaner Charlie Mack, der Leiter des "Lesney-Museums" in Durham, Connecticut, besitzt mehr als 28 000 Modelle.

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