Oekonomie und Steuern

Ein Märchen gegen den Steuerwahn
Die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren hatte eines Tages mit den Steuern große Probleme. 1976 protestierte sie gegen die Steuern in Schweden. Die Schriftstellerin gegen den Finanzminister. Sie schrieb das Märchen, die Fabel "Pomperipossa in Monismanien". Astrid Lindgren: "Ich bezahle meine Steuern voller Freude." Trotzdem legte sie sich mit dem Finanzamt an, wegen zu hoher Steuern. Was war geschehen? Da die Schriftstellerin die Höchstsätze an Steuern zahlte und auch noch die Beiträge zur Sozialversicherung dazu kamen, sollte Sie auf ein Einkommen von 2 Millionen Kronen Steuern in Höhe von 2,002 Millionen Kronen zahlen. Sie sollte also mehr Steuern zahlen, als Sie Geld einnahm. Ein Geschäftsmodell der Unmöglichkeit. Diese absurde Ökonomie machte sie mit einem Märchen deutlich, das in einer bekannten Abendzeitung veröffentlicht wurde. Das Märchen erzählt von weisen Männern und deren schräger Ökonomie. Denn je mehr Pomperipossa mit ihren Kinderbüchern einnahm, umso weniger nahm sie ein, weil sie ja eine freie Unternehmerin war. Bald fehlt das Geld für Essen und Kleidung. Schulden müßte man haben, dann lebt man gut. In dieser Ökonomie bekommt man Angstträume, wenn die dicken Schecks eintreffen. "Die Menschen sollten nicht bestraft und verfolgt werden, nur weil sie auf ehrliche Weise gewollt oder ungewollt zufällig Geld verdienten. ... So kann es nicht weitergehen, denn dann ist es aus mit aller Unternehmungslust in unserem Lande und dann sind bald keine freien Unternehmer mehr da, die man besteuern kann." Pomperipossa schrieb nie wieder ein Buch und lebte glücklich bis an ihr Lebenende als Wohlfartsempfängerin - im besten Staat der Welt. Der sozialdemokratische Finanzminster reagierte nur mit Hohn, sie solle lieber Kindergeschichten schreiben. Astrid Lindgren trat aus Protest aus der sozialdemokratischen Partei aus. Sie rief dazu auf, die Regierung Olof Palme nicht zu wählen. Unter anderem wegen Astrid Lindgren wurde dann die sozialdemokratische Partei in Schweden nicht wiedergewählt.