Eine neue Ökonomie durch ein Grundeinkommen für jeden
Wer nicht arbeit, der soll auch nicht essen. Dieser Spruch galt für eine Agrargesellschaft. In einer Industriegesellschaft, die einem Teil ihrer Bürger keine Arbeit anbieten kann, hat der Spruch sein Fundament verloren. Die immer höhere Produktivität der Ökonomie des Kapitalismus braucht immer weniger menschliche Arbeit. Es braucht eine neue Ökonomie des Einkommens. Einen neuen Ansatz in bringt in Deutschland Götz W. Werner in die Diskussion, der Gründer der Drogeriekette dm. Jeder Bürger bekommt ein Grundeinkommen vom Staat, egal ob er arbeitet oder nicht, vom Säugling bis zum Rentner. Es soll das Recht in die Verfassung geschrieben werden, dass jeder Mensch das Recht hat bescheiden aber menschenwürdig zu leben. Es wird keine Gegenleistung dafür verlangt. Der Vorteil läge zunächst in der Abschaffung der Bürokratie, die die Sozialleistungen kontrolliert und verteilt. Gleichzeitig soll die Ökonomie der Steuern verändert werden. Für diesen neuen Sozialstaat soll die Mehrwertsteuer auf 50 Prozent angehoben werden. Die Einkommensteuer soll gesenkt und die Konsumsteuern erhöht werden. Nicht Arbeit und Investition sollen besteuert werden, sondern der Konsum. Aus Deutschland soll so ein Paradies für Arbeit und Steuer werden. Die Kapitalerträge werden immer weniger aus menschlicher Arbeit erzielt. Vollbeschäftigung wird als Illusion betrachtet. Gleichzeitig müssen die elementarsten Lebensbedürfnisse der Menschen sowieso vom Staat übernommen werden. Mit dem Grundeinkommen bekommt jeder Mensch seine Grundsicherung und seine Würde. Die Arbeit wird subventioniert. In dieser Ökonomie verschwinden die Angst vor der Zukunft und die Angst vor Arbeitslosigkeit. Die Geisteshaltung der Männer und Frauen wird verändert. In dieser Ökonomie muss nicht mehr jede Arbeit angenommen werden. Man macht die Arbeit, für die man Interesse hat. Gleichzeitig sinken die Lohnkosten für die Unternehmer. Kulturarbeit wird in dieser Ökonomie wertvoller: Kunst, Erziehung, Pflege. Götz W. Werner bezeichnet Hartz IV als: offenen Strafvollzug. Die Kritiker verweisen auf einen Jugendlichen, der mit einem Grundeinkommen keine Lust mehr hat, zu arbeiten oder zu studieren. Die taz nennt die Idee "Kombilohn für alle".
Lesetipp: Das Buch "Einkommen für alle" von Götz W. Werner: Ansicht bei Amazon
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