Was ist Benchmarking ?

Benchmark = Maßstab, Vergleichswert
Benchmarking = Maßstäbe setzen (und sich daran ausrichten)

Benchmarking für Existenzgründer und Unternehmer

Warum Benchmarking (Eckwert, Vergleich von Eckwerten)
Um das eigene Unternehmen an die Spitze seiner Branche zu bringen. Benchmarking ist das Lernen von den Besten.

Eines der besten Benchmark Systeme gibt es im Sport. Im Sport kann die Leistung exakt gemessen werden, in Sekunden, Millimeter oder in Tore. Die Erfolge in jeder Sportart werden auf Video analysiert.
Auch das Internet hat den Benchmark in ungeahnte Dimensionen gebracht. Hier liegen alle Daten offen. Bei eBay kann die Konkurrenz genau analysiert werden. Vielleicht liegt der Erfolg des Konkurrenten ja auch daran, dass er mich analysiert hat. Auch können die Bereiche im Unternehmen mit allen Daten genau verglichen werden.

Fragen zum Benchmarking:
Es ist ein Vergleich mit den Besten, den Schlechtesten und dem Durchschnitt.
Wie hoch ist mein Einkommen: Im Vergleich mit den Anderen?
Wie erfolgreich ist meine Werbung: Im Vergleich mit den Anderen?
Wie groß ist meine Umsatzrendite: Im Vergleich mit den Anderen?
Wie viele Kunden habe ich: Im Vergleich mit den Anderen?
Je besser man solche Fragen beantworte kann, um so besser weiß man, wo etwas geändert werden muss.

Der Begriff Bench-Mark setzt sich zusammen aus den englischen Worten Bench = Werkbank und Mark = Markierung. Er soll zurückgehen auf das Schreiner Handwerk. Dort wurde eine Markierung in Werkbank geschnitzt, wenn beispielsweise Stuhlbeine getischlert wurden. Diese Markierung war dann das Maß für die Länge der Stuhlbeine, damit der Stuhl durch unterschiedliche Beine nicht kippelte.

Geburt des Benchmarking
Als Mutter des Benchmarking (benchmark = compare with other figures) gilt das amerikanische Unternehmen Rank Xerox. Der japanischen Konkurrenz gelang es, Xerox vom quasi Monopolisten immer mehr vom Markt zu verdrängen. Das Management von Xerox untersuchte die Strategien und Methoden seiner Konkurrenten, kopierte sie und kehrte so zurück an die Spitze.

Wie Benchmarking
Benchmarking ist eine Wissenschaft geworden. Letztlich geht es darum, ständig zu beobachten, was erfolgreich ist und was nicht, und das Erfolgreiche dann zu kopieren. Benchmarking ist ein Prozess, der nie aufhört.
Benchmarking vergleicht Strategien, Leistungen, Kosten, Wirkung ("Outcome").
Kopiert wird von den Besten, auch wenn dies die Konkurrenz ist oder jemand aus einer anderen Branche. Darum ist Benchmarking auch ein Frühwarnsystem.
Grundlage des Benchmarking ist die Analyse des eigenen Unternehmens, anschließend der Vergleich mit den Besten der Branche, zum Erkennen der eigenen Schwächen.
Untersucht wird alles: Produkt, Management, Prozesse, Unternehmenskulturen. Und möglichst auch jede Dunkelziffer im Unternehmen.
Das Problem liegt in der Beschaffung der Daten. Oft sind nur Schätzwerte zu bekommen, denn jedes Unternehmen hält seine Daten möglichst geheim.
Dann muss der Prozeß kontinuierlich sein. Benchmarking ist keine Revolution sondern eine Evolution. Nur eine ständige Verbesserung führt zum Erfolg.

Lesetipp: Das Buch „Erfolgreiches Benchmarking. Lernen von den Besten.“ von Lauri Salonen, Susanne Kaldschmidt, Gerhard Herz.:


Gefahren liegen bei einer Datensammelwut für die Benchmarks (Messgrößen), bis niemand mehr den Wald vor lauter Bäumen sehen kann.
Es gibt auch die Theorie, dass das Starren auf die Konkurrenz nur die eigenen Kräfte lähmt. Viel wichtiger ist die Konzentration auf die Kunden. Dann kommt der Erfolg von selbst.
Unternehmensberater lieben Benchmarking und betrachten Benchmarking oft als ein anderes Wort für Entlassungen: und dann kann Benchmarking richtig teuer werden. Auch ist es für einen Unternehmensberater ein Türöffner, das Unternehmen besser zu machen, wenn angeblich die Mitbewerber schon besser sind.
Benchmarking ist teuer. Es sollte also schon etwas dabei herauskommen. Die Möglichkeiten der Auswertung und Anwendung gehören dazu, bevor man überhaupt angefangen hat.
Weil Benchmarking in großen Unternehmen oft nur auf dem Papier steht, ist der Begriff Nachhaltigkeits-Benchmarking entstanden. Ist das Ziel, an die Spitze zu kommen, oder ist das Ziel, das Überleben am Markt zu sichern?
Ein Beispiel für Benchmarking ist die PISA-Studie, die einen Richtwert ermittelt.

Benchmark Vergleiche:
* zwischen kleinen, mittleren und großen Unternehmen
* zwischen Behörden und Institutionen
* zwischen Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen
* zwischen Produkten verschiedener oder des gleichen Unternehmens
* zwischen Dienstleistungen (Umfang, Abwicklung, Aufwand, Preise)
* zwischen den Prozessen in Produktion oder Organisation
* zwischen Kulturen in Unternehmen, Universitäten, Ländern
* zwischen Strategien in Planung, Datenbeschaffung, Ausführung
* zwischen Aktivitäten, welche Aktivitäten werden wirklich ausgelöst, kontrolliert und ausgewertet
* zwischen Strukturen in Informationsfluss, Durchführung von Plänen, in der Produktion

Stufen für erfolgreiches Benchmarking:
* Das Objekt auswählen: Was soll überhaupt verglichen werden? Ein Produkt, ein System, eine Dienstleistung?
* Mit wem soll verglichen werden: Bereiche im Unternehmen? Mit einem direkten Konkurrenten? Mit dem Marktführer?
* Der Vergleich wird durchgeführt. Die Zahlen werden beschafft und müssen auf ihre Vergleichbarkeit geprüft werden.
* Die Auswertung der Studie. Wo sind die Unterschiede in den Zahlen? Wo sind die Unterschiede in den Ursachen? Warum gibt es diese Unterschiede.
* Die Ergebnisse müssen umgesetzt werden. Was muss geändert werden? Wer muss es ändern. Wie werden die Änderungen kontrolliert?

Mehr zum Benchmark beim freien Lexikon Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Benchmark

Lernen von den Besten. Fraunhofer Informationszentrum Benchmarking: www.benchmarking.fhg.de